Österreichisches Familienrecht (Leitung: Dr. Günter Tews)

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 Betreff des Beitrags: Delogierung mit Kind
BeitragVerfasst: 23.01.2011, 15:35 
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Registriert: 23.01.2011, 15:04
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Ich habe eine dringende Frage! Ich habe eine 9 Monate alte Tochter, stehe kurz vor der Delogierung und habe Angst dadurch mein Kind zu verlieren. Daher meine Frage, sollte ich es nicht schaffen das verlangte Geld zu bezahlen und ich werde delogiert - wird mir dann meine kleine Tochter vom Jugendamt weggenommen?


Kurze Erklärung:
Ich hatte damals meine Arbeit verloren, daher habe ich meine damalige Wohnung aufgeben müssen. Ich habe vorrübergehend bei meiner Mutter ein kleines Zimmer mit meiner 16-jährigen Schwester geteilt. Dann stellte sich heraus, dass ich schwanger war, also brauchte ich schnell eine eigene Wohnung! Ich hatte viele leistbare Wohnungen gefunden, doch überall scheiterte es an der hohen Kaution. Der Vermieter der Wohnung, in der ich jetzt wohne, war der einzige, der darauf eingestiegen ist, dass ich die Kaution in Raten zahlen kann. Einziger Wehrmutstropfen - sie sollte € 625,-/Monat kosten. Ich dachte mir, dass es hart werden würde, aber es müsste zu schaffen sein. Da ich zuvor Arbeitslos war, bekam ich nur sehr wenig Geld im Mutterschutz, als ich dann das Kinderbetreuungsgeld bekam, dauerte es einige Zeit, bis ich den Zuschuss zum pauschalen Kinderbetreuungsgeld bekam und die Wohnbeihilfe dauerte sowieso 5 (!) Monate. Ich habe auch beim Sozialamt um Hilfe gebeten, aber da wurde ich abgelehnt. Also kam es, wie es kommen musste und ich habe nicht die volle Miete bezahlt, immer nur einen Teil. Als ich Mahnungen bekam, habe ich es mit der Hausverwaltung so geregelt, dass ich € 70,-/Monat zur Miete in Raten bezahle (da bekam ich dann schon Zuschuss und Wohnungsförderung). Das ging auch gut so, doch dann hat der Vermieter die Hausverwaltung gewechselt. Die Miete wurde um knapp € 2,- billiger und ich bezahlte weiterhin den alten Betrag + die Ratenzahlung. Vor 2 Monaten bekam ich dann einen Anwaltsbrief - ich müsste den offenen Betrag begleichen - war mir jedoch unmöglich, also bezahlte ich mal einen Teil ein. Jetzt, vor knapp 2 Wochen bekam ich einen Gerichtsbrief, dass am 9.2.2011 die Zwangsräumung vollzogen wird. Ich habe schon alles versucht - Caritas, Licht ins Dunkel, Familienhärteausgleichsfonds......! Bei der Bank hätte ich mit Bürgen (meine Schwester wäre bereit dazu) den ausstehenden Betrag bekommen - die Bank hat dann gleich mit dem Anwalt telefoniert und es war eigentlich soweit, dass die Delogierung nicht stattfindet, doch dann hat die Hausverwaltung angerufen und gesagt, sie will zusätzlich 3 Monatsmieten im Vorraus, sonst findet die Zwangsräumung statt. Da ist dann meine Bank ausgestiegen. Ich habe es bei diversen Kreditanbietern versucht, aber mit Kinderbetreuungsgeld bekomme ich keinen Kredit. Jetzt hat der Kindsvater versucht, den Kredit zu nehmen - bei der gleichen Bank, er wurde aber abgewiesen, da die Bank sagte, sie geben ihm keinen Kredit um die Schulden anderer zu bezahlen.
Ich habe auch mit der Hausverwaltung versucht, eine Vereinbarung zu treffen, aber die hat nur gemeint, als ich meine kleine Tochter erwähnte, dass es in österreich genug Familien gibt, die nur auf so ein kleines Mädchen warten, die ihr aber eine sichere finanzielle Zukunft bieten können.

Daher meine Frage - kann sie mir weggenommen werden?
Bitte antwortet mir schnell - ich bin so verzweifelt, meinem Kind geht es wirklich gut, sie wird mit Liebe überschüttet, sie wird gepflegt und wirklich gut versorgt, das trau ich mich zu behaupten und sie war von mir bisher noch nie auch nur eine Stunde von mir getrennt, seit der Geburt bin ich rund um die Uhr für sie da und man sieht ihr an, dass sie ein glückliches Kind ist, ich würde es nicht verkraften, wenn sie mir wegen finanzieller Probleme genommen werden würde - sie ist doch in mir gewachsen, ich habe sie geboren und es fehlt ihr an gar nichts.


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 Betreff des Beitrags: Re: Delogierung mit Kind
BeitragVerfasst: 23.01.2011, 17:40 
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Registriert: 13.12.2009, 12:07
Beiträge: 831
LiebendeMama hat geschrieben:
Ich habe eine dringende Frage! Ich habe eine 9 Monate alte Tochter, stehe kurz vor der Delogierung und habe Angst dadurch mein Kind zu verlieren. Daher meine Frage, sollte ich es nicht schaffen das verlangte Geld zu bezahlen und ich werde delogiert - wird mir dann meine kleine Tochter vom Jugendamt weggenommen?

beruhigen sie sich erstmal und bewahren sie va. kühlen kopf!

sie haben immerhin noch mehr als 2 wochen zeit, die es optimal zu nutzen gilt. allerdings verstehe ich darunter NICHT den erhalt der bisherigen (für ihre verhältnisse sowieso viiiiel zu teuren) wohnung verbissen weiter zu verfolgen, sondern sich ehestmöglich (gleich morgen!!!) an eine der zahlreichen sozialberatungsstellen (1. anlaufstelle: sozialamt) zu wenden, die prekäre situation zu schildern, damit man ihnen mit ihrem kind zu einer einstweiligen notunterkunft verhelfen kann.
damit wäre auch die gefahr eines sonst möglichen einschreitens der behörde GÄNZLICH gebannt.

mutter-kind-heime der caritas, volkshilfe, ect. können ihnen nicht nur vorübergehende unterkunft gewähren, sondern können ihnen auch die erforderlichen anlaufstellen nennen, damit sie künftig wieder finanziell auf eigene beine kommen können...
dort weiß man in aller regel auch bescheid, welche beihilfen und unterstützungen sie wo beantragen können, um dem ziel der anzustrebenden "selbsterhaltungsfähigkeit" näher kommen zu können.

dass sie von diesen stellen zum erhalt der bisherigen wohnung bisher (und sicherlich auch künftig) keine ausschließlich finanzielle unterstützung erhalten haben ist verständlich, da dies zum "fass ohne boden" würde. daher nochmals: vergessen sie diese unangemessene wohnung!

ein vorübergehendes unterkommen bei einer freundin oder den eltern wäre auch noch eine option. eine umfangreiche realistische und nachhaltige zukunftsplanung mit entsprechender fachmännischer beratung ist aber trotzdem unerlässlich.

die bemerkung der hausverwaltung ("andere eltern warten nur auf so kleine mädchen...) ist in ihrer situation übrigens mehr als geschmacklos :evil:

blicken sie optimistisch nach vorne, es zeigt sich oft, dass es mehr lösungsmöglichkeiten ein problem gibt, als man das in einer SCHEINBAR ausweglosen situation vermuten würde...

in diesem sinne alles gute ihnen und ihrem kind!

lg guevara

_________________
Nur wer seine Rechte kennt, kann diese auch einfordern.


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 Betreff des Beitrags: Re: Delogierung mit Kind
BeitragVerfasst: 23.01.2011, 19:42 
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Registriert: 23.01.2011, 15:04
Beiträge: 3
Danke für die Antwort!
Ich arbeite deshalb so verbissen daran die Wohnung zu behalten, da ich, wenn ich eine neue bekommen würde, nicht nur die Schulden zurückzahlen müsste, sondern mit einer neuen Wohnung würden wieder zusätzliche Kosten anfallen. Ich hätte Kaution zu bezahlen, die kaum unter € 1000,- liegt und in dieser Wohnung habe ich eine Küche, die schon drin war, sowie die Badmöbel, sämtliche Lampenschirme und die ganzen Karnieschen. Wenn ich jetzt eine neue Wohnung nehme, die in unserer Umgebung sehr rar sind, dann stehe ich ohne E-Herd, ohne Kühlschran und ohne all die anderen Sachen da, die ich vorhin genannt habe, denn es gibt bei uns kaum Wohnungen mit Küche und wenn, dann meistens gegen Ablöse an den Vormieter. Klar, ich würde das alles in Kauf nehmen, ohne E-Herd usw., aber da sind wir wieder in dem Teufelskreis, denn ohne Herd kann ich für meine kleine Tochter nicht kochen und dann sitzt mir das Jugendamt erst recht im Nacken.
Aber recht herzlichen Dank für die Tips - ich werde es nochmals beim Sozialamt versuchen.

Was ich vorhin nicht erwähnt habe - bei der Miete von €625,- sind die Betriebskosten inkl., auch Heizung, ich muss lediglich den Strom gesondert bezahlen.

Danke nochmals


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 Betreff des Beitrags: Re: Delogierung mit Kind
BeitragVerfasst: 24.01.2011, 08:24 
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Bin absolut der selben Meinung wie "guevara": Sofort raus aus dieser Wohnung, die sie sich sowieso nie leisten konnten!
Vergessen sie E-Herd, Karniesen und Lampenschirme. Das ist Dekoration und das brauchen sie notfalls nicht zum Leben. Es reichen Glühbirnen und 2 elektrische Heizplatten etc. Zum Leben braucht man viel weniger, als man denkt! (Und ich weiß, wovon ich hier spreche.)
Alleine + Kind reichen 35m2 - mehr habe ich mit meinem Mann auch nicht...

Sie müssen nun umstellen, es nutzt nichts.

Es gibt (auch bei der Stadt Wien) Notunterkünfte für solche Fälle wie den ihren. Sozialamt, Schuldnerberatung, Frauenhäuser.... werden sie aktiv in Richtung Neubeginn!

Ihre Tochter wird man ihnen so schnell nicht nehmen, diese Aussage war inkompetent und geschmacklos.
Aber ihre Tochter ist der wichtigste Grund und Motivation, ihr Leben finanziell auf die Reihe zu bekommen! (Dass der Vater korrekt Alimente bezahlt, das nehme ich doch an.)

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 Betreff des Beitrags: Re: Delogierung mit Kind
BeitragVerfasst: 24.01.2011, 10:34 
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Registriert: 20.08.2008, 08:18
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Nachfolgefrau hat geschrieben:
...

Es gibt (auch bei der Stadt Wien) Notunterkünfte für solche Fälle wie den ihren. Sozialamt, Schuldnerberatung, Frauenhäuser.... werden sie aktiv in Richtung Neubeginn!


Ich schließe mich vollinhaltlich dem schon gesagten an. Die Wohnung reißt nur weiterhin ein Loch in Ihre Finanzen!
Als kleine weitere Hilfe (für den Fall, dass Sie in Wien/Umgebung beheimatet sind) wäre http://wohnen.fsw.at/wohnungslos/tages- ... heibe.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Delogierung mit Kind
BeitragVerfasst: 24.01.2011, 17:58 
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Beiträge: 286
Wohnort: Salzburg
Hallo liebende Mama,

auch ich kann mich den Ratschlägen der Vorposter nur anschliessen.
Nimm dir eine leistbare Wohnung.
Auch die Zeit in der du die Wohnung ev. Stück für Stück adaptieren musst geht vorbei.
Man findet günstig hier www.flohmarkt.at oder www.willhaben.at
preisgünstig Dinge.
Bei uns in der Pfarrgemeinde ist es auch so, dass sich immer wieder Menschen melden die sich neue
Dinge (Herd, Schlafzimmer, Couchen ...) kaufen und die alten, aber durchaus brauchbaren Gegenstände verschenken. Ausprobieren, sowas wirds ja auch in deinem Heimatort geben.
Außerdem ist ja noch lange nicht gesagt, dass in einer kleineren Whg. keine Küche und keine Karniesen vorhanden sind.
Das mit dem 2-Plattenkocher musste ich selber für 9 Monate erdulden, weil die Möbelfirma die Küche nicht geliefert hat und schlußendlich in Konkurs ging. Andere Firma hatte auch wieder eine Wartezeit ...
Und das mit 3 Kindern.
Lustig ist sowas sicher nicht, aber alles geht vorüber.
Nur wenn du dich jetzt weiter Monat für Monat in die Miesen begibst fügst du deinem Kind unter Umständen wesentlich mehr Schaden zu.

Alles Gute
Christa

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... Gehörtes in mir zu bergen und Achtung vor allem zu haben was lebt, und dort die Schönheit zu entdecken wo sie scheinbar nicht vorhanden ist, das ist es wonach ich streben will....


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 Betreff des Beitrags: Re: Delogierung mit Kind
BeitragVerfasst: 24.01.2011, 19:04 
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Beiträge: 6362
Wohnort: Wien/Linz
In Ergänzung zu "Christa":
Das ist eine weitere (selbst erprobte) Homepage für einen Neubeginn: http://www.nurgeschenkt.at/ :wink: Dort verschenken Menschen auch Küchen, Vorhangstangen.....

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 Betreff des Beitrags: Re: Delogierung mit Kind
BeitragVerfasst: 24.01.2011, 19:42 
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Beiträge: 3
Danke an euch alle, ich werde alles versuchen, meiner kleinen zuliebe


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 Betreff des Beitrags: Re: Delogierung mit Kind
BeitragVerfasst: 24.01.2011, 19:54 
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Wohnort: Wien/Wolfsberg
LiebendeMama hat geschrieben:
Danke an euch alle, ich werde alles versuchen, meiner kleinen zuliebe

Auch Ihnen selber zuliebe! Sie haben es sich verdient und werden danach sehr stolz auf sich sein, wenn Sie es geschafft haben!

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